Die meisten Leute glauben, ein gebrauchtes EGR-Ventil sei ein Glücksspiel – entweder es funktioniert, oder es klemmt nach 1000 Kilometern wieder. Das stimmt nur, wenn man blind kauft. Beim Mercedes 00005320C4 für den W245 2.0 CDI (Bj. 2005–2011) gibt es ganz konkrete Verschleißbilder, die man vor dem Kauf prüfen kann. Wer das ignoriert, bekommt ein Teil, das aussieht wie ein EGR, sich aber anfühlt wie ein Briefbeschwerer.
Was dieses Teil wirklich macht – und wo es beim W245 klemmt
Das EGR-Ventil mit der Nummer 00005320C4 sitzt beim 2.0 CDI (OM640.940) zwischen Abgaskrümmer und Ansaugbrücke. Es führt dosiert Abgas zurück in den Brennraum, um Stickoxide zu senken. Klingt simpel, ist es aber nicht – denn bei diesem Motor ist das Ventil direkt in der Ansaugbrücke integriert. Das bedeutet: Es leidet nicht nur unter Ruß, sondern auch unter der Wärme des Diesels, die direkt daneben anliegt.
Der häufigste Fehler beim W245: Das Ventil klemmt in der geöffneten Stellung fest. Dann säuft der Motor ab, wenn er warm wird, oder er läuft im Leerlauf unrund. Ein verrußtes Ventil zeigt sich auch durch erhöhten Verbrauch, denn das Steuergerät bekommt vom Positionssensor falsche Werte und reichert das Gemisch an. Der Klassiker ist aber ein hartnäckiger Fehlercode P0401 oder P0403 – und wenn der nach dem Reinigen nicht weggeht, liegt es meist am Sensor im Ventil selbst.
Gebraucht kaufen: Das A und O ist die Optik
Ein geprüftes OEM-Ventil ist in den meisten Fällen besser als ein neues Nachbau-Teil aus dem Zubehör. Das liegt nicht an Nostalgie, sondern an der Elektronik – die Wegwerf-Marken kopieren oft nur das Gehäuse, sparen aber beim Innenwiderstand der Hall-Sensoren. Die Folge: Das Steuergerät erkennt das Teil nicht sauber und schaltet auf Notlauf. Beim Original 00005320C4 stimmt die Kennlinie, Punkt.
Wer gebraucht kauft, muss aber genau hinschauen. Diese vier Punkte entscheiden, ob du ein Schnäppchen machst oder Ärger kaufst:
- Zustand des Steckers: Die Kontakte sind bei diesem Modell anfällig für Korrosion, weil das Ventil tief im Motorraum liegt und Spritzwasser abbekommt. Grünliche Beläge oder verbogene Pins? Finger weg.
- Bewegung der Klappe: Das Ventil sollte sich von Hand mit leichtem Widerstand bewegen lassen – nicht ruckartig, nicht schwergängig. Ein verharztes Ventil lässt sich zwar manchmal reinigen, aber der Motor macht das nicht einfacher.
- Rußbild an der Ansaugseite: Ein gleichmäßiger, trockener Rußbelag ist normal. Was du nicht willst: öliger, fetter Ruß – das deutet auf einen defekten Turbolader oder eine überfettete Kurbelgehäuseentlüftung hin. Das Teil wird dann schnell wieder dicht.
- Die Dichtfläche: Die alte Dichtung darf nicht angefressen sein, und die Fläche muss plan sein. Ein verzogenes Ventil bläst Abgas vorbei und führt zu Pfeifgeräuschen, die man kaum ortet.
Ein guter Händler sagt dir ehrlich, ob das Ventil gereinigt und geprüft wurde. Wenn er dabei zögert, lass es liegen.
Einbau-Tipp, den dir kein Handbuch verrät
Beim W245 musst du beim Wechsel die Ansaugbrücke komplett abnehmen, sonst kommst du an die hintere Schraube nicht ran. Und bevor du das neue (oder geprüfte) Ventil einbaust: Prüf den Ansaugtrakt auf Öl. Wenn dort mehr als ein dünner Film liegt, ist die Ursache nicht das EGR – dann ist es die Kurbelgehäuseentlüftung, die du gleich mit erneuern solltest. Sonst hast du in 20.000 Kilometern wieder dasselbe Problem.
Ach ja, und eines noch: Das EGR-Ventil ist nicht das einzige Bauteil am W245, das mit Ruß kämpft. Der Turbolader-Steller und die Saugrohrklappen machen oft parallel Probleme. Wenn du dein EGR tauschst und der Motor danach immer noch ruckelt, schau dir diese Bauteile an, bevor du das Ventil verfluchst.
Schau dir die aktuellen Angebote für das gebrauchte Original-EGR 00005320C4 auf dieser Seite an – achte auf die Fotos und die Beschreibung, dann findest du ein Teil, das noch viele Kilometer hält.